Oder: warum eine Stimme für die sogenannte Linkspartei eine verlorene ist
Oh weh, oh weh, NRW: das möchte man dieser Tage sagen, wenn man sich die zugegeben schwere Regierungsbildung im bevölkerungsreichsten Bundesland ansieht.
Eine arg gebeutelte CDU landet hauchdünn (und mit gleicher Abgeordnetenzahl) vor der SPD, die ihrerseits keine rotgrüne Regierung zustandebringt, weil die sogenannte Linkspartei den Einzug in den Landtag schafft. Eine irrlichternde FDP sagt daraufhin Ampelgespräche komplett ab und Grüne sowie SPD müssen heute nach fünfstündigen Gesprächen konstatieren: was da an Linkspartei vorhanden ist, ist weder regierungs- noch koalitionsfähig. Oh mei oh mei.
Die Zeichen stehen nun auf großer Koalition und der Beweis ist erbracht: eine rechnerische Mehrheit ergibt noch lange keine politische.
Fragt sich, wie viele der Linksparteiwähler sich in NRW nun genau diese Konstellation gewünscht haben und offensichtlich einer Partei den Vorzug gegeben haben, die Stasi und Co nach wie vor ganz in Ordnung finden.
Linke Politik macht man nur, wenn man an der Macht ist. Und auch linke Politik muß sich an den Realitäten ausrichten. Wer das verkennt, erreicht nichts und richtet es sich im politischen Wolkenkuckucksheim gemütlich ein.
Für uns Sozialdemokraten zeigt das im Umkehrschluß: wer eine wirklich linke Politik haben will, der sollte sein Kreuzchen in Zukunft bei SPD oder den Grünen machen. Und nicht bei der Linkspartei, deren Wahlversprechen offensichtlich genauso weit entfernt sind von der Realität wie die der FDP.
Kurzum: liebe Linksparteiwähler, wenn ihr eine wirklich linke Politik haben wollt, verteilt eure 5.7 % das nächste Mal gerecht auf SPD und Grüne.
Denn dann hätten wir in NRW jetzt eine komfortable linke Mehrheit, mit der sich auch ordentlich Politik machen ließe.
Die Realität ist eine andere, und so macht sich – oh wunder oh wunder – die Linkspartei zum Steigbügelhalter für die CDU. Verantwortungsvoll wäre anders.