Man gewinnt immer mehr den Eindruck – wenn man heute die Pressekonferenz der zukünftigen Koalitionäre verfolgt hat – dass sich kohlsche Bräsigkeit breitmacht. Nicht nur sind die handelnden Akteure irgendwie bekannt, auch das, was man beschlossen hat, ist ein Deja-vu aus den 90ern:

Atomausstieg? Gibt es nicht. Nein: gab es nie.

Steuerentlastungen? Werden vornherum groß versprochen, aber den Bürgern wird hintenrum über erhöhte Sozialausgaben genau das Geld wieder weggenommen. Arbeitgeber bleiben davon natürlich verschont.

Weil man sich nicht auf einen Gesundheitskompromiss einigen konnte, kam eine Formulierung in den Vertrag, in die jeder alles hineininterpretieren kann: die FDP ihre Gesundheitspr?§mie, die CSU das Gegenteil davon.
Genau das Gleiche gilt für die nach wie vor wolkigen Steuerversprechungen.

Heissassa, das wird ein gar lustig Regieren, bei so viel Eintracht. Warum gerade ein “schwarzer Kassen”-wart das Finanzministerium nun führen darf, bleibt auch unbeantwortet.

Über allem schwebt buddha-artig eine Angela Merkel, die offensichtlich nur über eins ehrlich erfreut ist: sie ist Kanzlerin geblieben. Hosianna.

Diese Regierung verbreitet Stillstand, wo Führung angesagt ist. Die Realität bräuchte einen starken Staat, keinen geschwächten. Die Realität konfrontiert uns mit der größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit fast einem Jahrhundert. Die Realität sieht eine um sich greifende Kinderarmut, die Realität bräuchte angehobene Hartz-IV-Sätze für alle – und kein Schonvermögen ür 0.2 % der Bedürftigen. Die Realität bräuchte nach wie vor solidarische Versicherungsleistungen und kein Kopfgeld.

Und was macht Mrs Merkel? Sitzt. Und lächelt. Und präsidiert über CSU und FDP als ausgleichende Hauptgestalt.

Für die Realität ist diese Kanzlerin nicht gerüstet. Stattdessen leidet sie am Pippi-Langstrumpf-Syndrom: sie macht sich ihre Welt, widdewitt wie sie sie sich gefällt.

Eine Antwort auf Deinen Brief

Lieber Sigmar,

vielen Dank für deine Antwort auf die Anfragen einiger Parteimitglieder. Ich selbst muss sagen, dass ich diesen Brief sehr bemerkenswert finde. Ich bin seit 14 Jahren Mitglied “unserer” SPD – wie du so schön schreibst – und habe bisher noch nie diese Offenheit bei irgendeinem unserer Spitzenpolitiker gesehen.

Man merkt: da sorgt sich einer wirklich. Mehr…

Der Brief von Sigmar Gabriel als Reaktion auf einige Emails einfacher Parteimitglieder

Vielen Dank erstmal für Deine Mail zum aktuellen Zustand unserer SPD. Du wirst Dir denken können, dass ich mir ebenso wie Du und viele Genossinnen und Genossen auch erhebliche Sorgen mache, wie es weiter gehen kann. Vieles wird sich nicht so schnell beantworten lassen, sondern wir werden auch Zeit brauchen, um gründlich die Wahlen aber auch den inneren Zustand unserer Partei zu analysieren. Ein paar Hinweise will ich aber dennoch geben: Mehr…

Eins ist dieser Tage ziemlich deutlich geworden: die Quadratur des Kreises funktioniert doch nicht. In den Gesprächen zur Regierungsbildung wird krampfhaft versucht, die allgemeingültige Antwort auf folgende Frage zu finden: “Wie senke ich Steuern, ohne anderswo mehr Schulden aufnehmen zu müssen?”
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Htte sich Herr Westerwelle mal vorher bei uns erkundigt. Es war offensichtlich nicht populär, Steuererleichterungen auszuschließen in diesem Wahlkampf, aber zumindestens war es: ehrlich. Die Kassen geben es einfach nicht her. Das und einige weitere Themen, bei denen Westerwellle gerne den liberalen Maximalforderer gibt, kassiert die Union derzeit im Hauruckverfahren. Das berichtet u.a. der SPIEGEL.
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In Brandenburg steht alles auf rot-rot, im Saarland kommt es wohl zu Jamaika – einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden sei Dank. Und in Thüringen geht die SPD bekanntermaßen mit der CDU in Koalitionsverhandlungen. Und ein Wort hört man dieser Tage immer wieder: Vertrauen. Die Farbenspiele der Woche. Mehr…

Der Kalender hat sich gefüllt: ab sofort sind oben unter dem Punkt “Kalender” alle in Zukunft anstehenden Termine einzusehen. GoogleMaps-Links werden auch noch eingefügt – damit man sich auf dem Weg zu den Treffen nicht verläuft ;-).

Der für heute geplante SPD-Infostand an der Grundstraße wurde aufgrund des schlechten Wetters abgesagt. Der nächste findet am 7.11.09 statt.

Barack Obama hat den Friedensnobelpreis 2009 gewonnen. Das gab soeben das norwegische Nobel-Kommittee in Oslo bekannt. Spiegel, Süddeutsche und Zeit berichten unisono darüber. Der US-Präsident wurde vom Komitee in Oslo für seine “außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern” ausgezeichnet.

Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte zur der Verleihung trotz der noch sehr kurzen Präsidentschaft Obamas: “Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen.”

Jagland meinte weiter, das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt und an dem damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen.

Einig sind sich alle Kommentatoren darin, dass die Vergabe einer Sensation gleicht.

Eimsbüttel, 8. Oktober 2009


Der 27.9.2009 hat uns eins gezeigt: Regierungspolitik ist kein Selbstläufer. Auch wenn in den vier Jahren Großer Koalition viel umgesetzt werden konnte, die Union selbst sozialdemokratischer wurde, hat es am Ende nicht gereicht.

Neustart nach herber Niederlage

Viele sahen in der SPD wohl nur noch den Besitzstandswahrer der Schröderschen Agenda-Politik. Und auch, wer einen Wahlkampf mit destruktiven Parolen wie “Schwarz-Gelb verhindern” führt, gewinnt damit offensichtlich nicht die Zukunft. Sondern begibt sich in eine defensive Position.

Konstruktiv die Zukunft gestalten

Wir haben gelernt. Wir müssen wieder näher ans Volk, an die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Wir müssen aber auch selbst diskussionsfreudiger werden. Die Zeiten, wo man mit Hinweis auf die Regierung Geschlossenheit anmahnte und u.U. wichtige Diskussionen nicht führte, sind vorbei.

Wir wollen freudiger, packender, mit Spaß an innerparteilichen Debatten den Wiederaufbau beginnen. Daher dieser Website-Relaunch.

Lebendige Diskussionen zulassen

Wir möchten keine statische Visitenkarte abgeben, auf der alle Monate mal Termine oder Grußworte veröffentlicht werden und es ansonsten recht staubig zugeht. Wir wollen, dass aktiv mitdiskutiert wird, dass sich Mitglieder und Bürger im Dialog hier wiederfinden, dass kreative und neue Ansätze in unsere Politik einfließen – und dass sich jeder jederzeit ein realistisches Bild dieser großen Hamburger Partei vor Ort machen kann. Denn: lebendig sollte es zugehen!

Facebook und Twitter für den digitalen Raum

Daher wird es hier ein breit aufgestelltes Diskussionsforum geben – für SPD-Mitglieder, aber auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Wir sehen die politische Diskussion als einen ständigen Proze, den man nicht auf monatliche Versammlungen beschränken sollte. Über die Facebook- und Twitterintegration möchten wir verstärkt Menschen im digitalen Raum ansprechen. All dies bietet diese Website.

Wir denken, es ist ein guter Start – um mit denjenigen, die wir in den letzten Jahren verloren haben, wieder ins Gespräch zu kommen.